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Witzig oder nicht witzig – das ist hier die Frage3 min read

29. Oktober 2018 2 min read

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Witzig oder nicht witzig – das ist hier die Frage3 min read

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Mit dem vierten Titel zur „Känguru-Trilogie“ von Marc-Uwe Kling erschien kürzlich die Zugabe zum humorvollen Klassiker aus Deutschland. Ein Artikel unseres Gastautoren Andrin Conrad.

Diese „Zugabe aus Marc-Uwes Schreibtisch-Geheimfach“ enthält Auszüge aus dem Leben vom sprechenden, kommunistischen und in Berlin lebenden Känguru und seinem WG-Gefährten, dem Autoren Marc-Uwe Kling. Zum Vorgeschmack findet man folgenden Dialog auf dem Rückseitencover:

«Von wegen Sensationsfund», sagt das Känguru, «das hast du doch bestimmt selber geleakt!»
«Äh… », sage ich und kratze mich am Bart.
«Und was sollen überhaupt Apokryphen sein?!» fragt das Känguru. «Ist das einfach nur ein fetziges Wort für Bonusmaterial?»
Ich blinzle.
«Haste nichts dazu zu sagen?», fragt das Känguru.
«Doch. Verschwinde aus meinem Klappentext.»
«Ach. Mein, dein …»

Das Buch weiss mit abwechslungsreichen, wortwitzigen und leicht unkonventionellen Alltagsgeschichten zu überzeugen. So zum Beispiel heben das Känguru und Marc-Uwe Kling das bekannte «Schnick, Schnack, Schnuck» auf ein neues Format: «Open-Schnick», heisst ihre auf die Körpersprache grenzenlos erweiterte Version. Ein Video-Ausschnitt dazu ist am Ende des Artikels hinterlegt.

Auch gesellschafts- und systemkritische Aspekte trifft man, wie von den vorgängigen Werken gewohnt, im grossen Stil an. Ob Besitzansprüche, politisch korrekte Sprache oder Ausbeutung durch Multis: Allerlei Themen finden im Buch, teils in überspitzter, aber durchwegs in zum Nachdenken anregender Manier, ihren Platz. So beispielsweise die Erderwärmung im folgenden Auszug eines Gesprächs.

„Ja, wir könnten jetzt was gegen den Klimawandel tun, aber wenn wir dann in 50 Jahren feststellen würden, dass sich alle Wissenschaftler doch vertan haben und es gar keine Erderwärmung gibt, dann hätten wir völlig ohne Grund dafür gesorgt, dass man selbst in den Städten die Luft wieder atmen kann, dass die Flüsse nicht mehr giftig sind, dass Autos weder Krach machen, noch stinken und dass wir nicht mehr abhängig sind von Diktatoren und deren Ölvorkommen.

Da würden wir uns schön ärgern.“

Für alle, welche das erste Mal von der „Känguru-Trilogie“ hören, ist es sehr empfehlenswert, die drei vorangehenden Bücher wie zum Beispiel die „Känguru-Chroniken“ zu lesen. Denn in den Känguru-Apokryphen kommen viele altbekannte Nebencharaktere und Insider-Witze vor. Als kleinen Minuspunkt kann man aus Sicht langjähriger Verfolgenden Klings’ Werke die Adaption gewisser Textstellen aus früheren Büchern nennen. Der Anteil ist jedoch überschaubar und beim üblich lockeren Schreibstil liest man solche Stellen gerne auch ein zweites, drittes oder sonstiges vielfaches Mal.

Ein absolutes Muss für Liebhabende der Känguru-Trilogie! Von Anfang bis Ende Unterhaltung auf hohem Grad. Gewohnt schlagfertige Gespräche mit verschiedensten Erzählungen, bei welchen weder Sarkasmus noch Selbstironie zu kurz kommen. Dank der zueinander vielfach unabhängigen Kapitel auch gut in einem unregelmässigen Rhythmus lesbar. Sehr empfehlenswert ist ausserdem das Hörbuch dazu (höre YouTube-Video unten), die von Marc-Uwe Kling imitierten Stimmen lassen die Lesenden auf eine ausformulierte und noch witzigere Weise in die Känguru-Welt eintauchen.

Text: Gastautor*in

Als ob das nicht schon genug wäre. Nebst Buch und Hörbuch wurde sogar noch ein einzigartig lustiges Kartenspiel entwickelt, welches einige Pointen und Insider-Witze von Kling integriert hat. Das umgangsprachlich “Kommunisten-Uno” genannte Spiel ist so unglaublich gut, dass wir glatt eins verlosen müssen. Das einzige was du tun musst, ist, dich hier unten in unser Formular einzutragen. Good Luck!

Verlosung: Jan Rucki

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