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Die Zerlegung des Raumes – «Teleworking, living the dream» im Winkel3 min read

28. Januar 2021 2 min read

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Die Zerlegung des Raumes – «Teleworking, living the dream» im Winkel3 min read

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Metallsägen, Hämmer und elektrische Holzsägen – Ein Lausanner Kollektiv dekonstruiert in einer Zoom-Performance das, was für zehn Tage sein Zuhause war. Teleworking, living the dream ist ein audiovisuelles Erlebnis, eine Art Befreiungsschlag aus der momentanen Situation, welche diese Performance aber auch erst möglich gemacht hat. Noch begrüssen mich die beiden Lausanner Künstler*innen Monica Elisa Unser und Antoine Félix Bürcher in ihrem Wohnzimmer im Winkel. Ein paar Tage später wird es schon in Schutt und Asche liegen. Sie deuten auf ein kitschiges Familienfoto: «Das sind unsere Cousins» und lachen.

Umrahmt von Bildschirmen sitzen wir an einem Glastisch, den das Kollektiv wie alle anderen Objekte auf Plattformen wie Ricardo und Anibis zusammengesucht hat. Blickt man zu den Bildschirmen, zeigt sich ein allzu gewohntes Bild. Es ist ein direkter Einblick in die private Sphäre eines Menschen. «Wir haben uns daran gewöhnt, diesen privaten Raum anderer Leute zu betreten und tun so, als wäre das normal.», erklärt Monica Elisa Unser. Teleworking ist ein Synonym für Homeoffice, das Sein hinter dem Bildschirm. Diese neue Realität war der Nullpunkt für das Projekt. Die Performance Teleworking, living the dream erzählt über dieses neue Sein, in dem sie es dekonstruiert.

Nicht zuletzt ist dieses Projekt auch der Versuch des Kollektivs, sich von der momentanen Situation unabhängig zu machen und dabei etwas Neues zu erschaffen. Zoom ist so nicht eine Imitation der Realität, «sondern ein Werkzeug», wie Antoine Félix Bürcher beschreibt. Er beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit dem Medium Film, studierte Film und nun Bildende Kunst in Genf. Kürzlich eröffnete er mit seinen Freunden eine Online-Galerie, in der Künstler selbst ausgestellt werden. Monica Elisa Unser kommt von der kuratorischen Seite, studierte Kunstgeschichte und Philosophie in Lausanne. Durch das Studieren online und die Ungewissheit in der Kunstszene wuchs in ihr der Wunsch, dieser Situation künstlerisch zu begegnen.

 

«Bilder auf Bildschirmen haben eine Textur und eine Tiefe, das wird gerade durch ihre Dekonstruktion ersichtlich.»

 

Das Format der Residenz war für die beiden ein Glücksfall. «Wir wollten den Raum wirklich bewohnen, bis wir eine intime Beziehung mit dem Raum haben, um ihn dann aus dieser Position heraus zu dekonstruieren» erklärt Monica Elisa Unser. Die kitschige Einrichtung ist ein harscher Gegensatz zu der totalen Zerstörung, die sie erwartet. «Bilder auf Bildschirmen haben eine Textur und eine Tiefe, das wird gerade durch ihre Dekonstruktion ersichtlich.» beschreibt Antoine Félix Bürcher.

Danach gefragt, ob sich die Residenz denn wirklich wie ein Zuhause für sie anfühle, bejahen beide sofort. In zehn Tagen begleitet das Kollektiv die Möbel auf ihrem gesamten Lebenszyklus. Vom Kennenlernen neuer Menschen in einer fremden Stadt, die stillsteht, bis zu der Auseinandersetzung mit der lokalen Müllabfuhr. Noch befindet sich im Winkel eine gesamte Wohnung, nach der Performance am Samstag, 30. Januar werden nur noch leere Zuschauerränge übrig sein. Von 10:00 – 16:00 kannst du dich jederzeit über einen Zoomlink zuschalten. Der Link wird am Tag der Performance auf winkel.lu und auf Instagram (@winkel.lu) veröffentlicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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