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Ungewissheit lässt grüssen – so planen Schweizer Festivals ihren Sommer 20213 min read

11. Februar 2021 2 min read

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Ungewissheit lässt grüssen – so planen Schweizer Festivals ihren Sommer 20213 min read

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Für Festivalorganisator*innen ist der Winter 2021 kein leichter. Ungewissheit dominiert zurzeit die Szene. Eine Ungewissheit, gegen die sich nichts tun lässt, ausser von Mittwoch zu Mittwoch auf eine gute Entwicklung der Pandemie und bessere News von Seiten des Bundes zu hoffen.

Mit den Organisator*innen im Gespräch merke ich, es herrscht Konsens – bis spätestens Ende März muss etwas mehr Kontinuität herrschen, um die Form ihrer Festivals klarer definieren zu können oder allenfalls eine Absage zu kommunizieren. Bei vorherrschender Unsicherheit müssen oft auch Alternativen berücksichtigt werden, hybride Formen stellen für Dominik Unternährer vom Luzerner B-Sides Festival nur in partieller Form eine Option dar.

«Wir sind digitalen Erlebnissen nicht abgeneigt und möchten in diesem Jahr zum Beispiel noch mehr Livsessions, sogenannte Fieldsessions produzieren und veröffentlichen, doch ist das B-Sides-Festivalerlebnis als solches physisch und mit allen Sinnen erfahrbar: Live-Musik auf die Ohren, ausgefallene Deko, Sonnenberg-Wald und Weitblick auf die Augen, Festivalstaub in der Nase und leckeres Essen im Gaumen, dazu gute Menschen fürs Gemüt – so fühlt sich B-Sides Festival an.»

Für die Bad Bonn Kilbi steht eine digitale Ausgabe nicht zur Debatte: «Wenn, dann physisch. Aber so richtig!» so Benoit Perlers Statement. Er ist Mitorganisator des alljährlichen Kulturmekkas im Westen unseres Landes. Den 14. April hat sich die Kilbi für konkretere Aussagen bezüglich der Festivalausgabe 2021 gesetzt. Gute Worte, wie es um die Situation von Grossveranstalter*innen steht, fand Pascal Frei vom Openair St.Gallen:

«Wir sind darauf angewiesen, dass wir wieder unter sicheren Bedingungen veranstalten können, auch wenn wir uns natürlich den zahlreichen Schwierigkeiten bewusst sind und die Sicherheit von Besucher*innen, Künstler*innen und Mitarbeiter*innen an erster Stelle steht. Wir wünschen uns eine dementsprechende Verhältnismässigkeit bei den Lockerungen. Wenn die zentralen gesundheitlichen Ziele erreicht sind, sollen die Massnahmen auch in einem verhältnismässigen und sinnvollen Rahmen gelockert werden. Dafür braucht es vom Bund klare Richtlinien, einen Zeitplan für grösstmögliche Planungssicherheit und einen finanziellen Rettungsschirm in Form von Ausfallentschädigungen für entstandene Kosten bei einer kurzfristigen Absage.»

Das Organisationskomitee des NON Openairs, welches jährlich auf dem Meggen Weingut Sitenrain die Festivalsaison feierlich ausklingen lässt, hat folgende Pläne für 2021:

«Wir tendieren aktuell in die Richtung, die Anzahl Tage zu erhöhen, dafür die Anzahl Besuchende pro Abend tiefer zu halten als in vergangenen Ausgaben (Ausgabe 2020 ausgenommen). Sollte die Pandemie diese Pläne unmöglich machen, tendieren wir eher dazu, das NON Openair im 2021 nicht stattfinden zu lassen.»

Eine Impfpflicht für Besucher*innen von Grossveranstaltungen schwebt seit Zulassung der ersten Vakzine für den ganzen Festivalsommer zur Debatte. Das Openair Frauenfeld beispielsweise nutzte seine Social Media Kanäle, um abzuklären, wie viele ihrer Besucher eine Impfung in Erwägung ziehen würden, um dieses Jahr wieder ans grösste Hip-Hop Festivals Europas zu pilgern. Vierzig zu Vierzig Prozent steht es um die Bereitschaft und die Unentschlossenheit zur Impfung. Der kleinste Teil der Befragten, nur rund zwanzig Prozent, lehnt eine Impfung gänzlich ab.

Gewissheit gibt es zurzeit leider in keinem Bereich der Festivalorganisation. Wir müssen uns wohl alle noch etwas gedulden, ob der leise Schimmer von Hoffnung auf einen Festivalsommer sich bewahrheitet.

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