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Varley – Smalltalk & DMCs: verletzlich und stark zugleich3 min read

26. September 2021 2 min read

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Varley – Smalltalk & DMCs: verletzlich und stark zugleich3 min read

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«Smalltalk & DMCs» heisst das Debüt-Album des Berliner Indie-Pop Trios Varley. Die Platte, die im ersten Corona-Lockdown entstand, beschäftigt sich mit innerer Zerrissenheit und Kontrasten.

Text: Adina Steimer

Am Freitag, 17. September veröffentlichten Varley ihr Debüt-Album «Smalltalk & DMCs» über das Label «Ferryhouse». «Smalltalk & DMCs» ist der erste LP nach der im Jahr 2019 erschienen EP «Phantom Studies». Entstanden ist das 13-Track-Album im ersten Corona-Lockdown vor ein bisschen mehr als einem Jahr in Berlin.

Wie es der Zufall so wollte

Zu Varley gehören Frontfrau Claire-Ann und ihre beiden Kollegen Joschka Bender und Matthias Heising. Kennengelernt haben sich die drei im Jahr 2011 bei einem Singer-Songwriter-Workshop. Dies aber nur beinahe. Claire-Ann wollte den Workshop aufgrund von Magenproblemen, die durch ihre Nervosität ausgelöst wurden, fast absagen und sich im Krankenhaus melden. Zum Glück hat sie dies nicht getan und stattdessen mit ihren Kollegen kurz darauf «Varley» gegründet.

Richtig angefangen Musik zu machen, haben Varley allerdings erst sechs Jahre später. Das Besondere: Jedes Mitglied des Trios spielt mehrere Instrumente. Für den Gesang ist Claire-Ann zuständig, Unterstützung dabei erhält sie von Matthias Heising. Als Quelle ihrer Inspiration nennt das Trio u.a. Fleetwood Mac, wobei sich der Sound von «Varley» zu Fleetwood Mac klar unterscheidet.

Von inneren Konflikten und Overthinking

Der innere Konflikt mit sich selbst, der in den Texten des Trios eine zentrale Rolle spielt, ist schön und vor allem glaubhaft verpackt. So behandelt der Up-Beat-Song «The Pressure» das unangenehme Gefühl in Situationen, bei denen man vor Scham am liebsten im Erdboden versinken möchte.

Wie Claire-Ann meint, hilft ihr das Schreiben von Songs beim Verarbeiten ihrer Emotionen. Emotionen, die sie anders nicht richtig verarbeiten könne. Der Intro-Song «Bubble Up» startet mit einem schönen Instrumental. Der Song entstand, nachdem Claire-Anns Chef sie an ihrem ersten Arbeitstag blossstellte – vor versammelten Team. Inhaltlich befasst sich das Lied mit dem Topic «overthinking», also extremes Nachdenken bzw. fiktive Situationen im Kopf ausdenken und immer wieder überdenken. Der Song klingt verträumt, die Message hat Potenzial, vielen aus der Seele zu sprechen.

Auf «A Little Bit Funny», einer melancholischen Nummer, besingen «Varley» Freundschaften und Beziehungen, die sich im Laufe der Jahre ändern oder in die Brüche gehen. Entstanden sei der Song nach einem langem Gespräch über Kindheit und Freundschaft. Mit der Thematik können sich alle identifizieren, dadurch erhalten die Lyrics des Lieds einen bittersüssen Geschmack.

Von Zweifeln und Optimismus

Zur eigenen Verletzlichkeit stehen, das macht «Varley» zu einem beachtenswerten Teil aus. Die Texte, bei denen alle drei mitschreiben, sind ehrlich und aus dem Leben gegriffen. «I count the flaws / I count them / One Two Three» singt Claire-Ann auf dem Track «One Two Three», die langsame Melodie unterstreicht die sanfte Stimme von Claire-Ann und lässt den Song sehr atmosphärisch werden. Der Track befasst sich mit den «Schwachstellen», der inneren Unsicherheit und dem Druck, sich mit anderen vergleichen zu müssen.

Doch «Smalltalk & DMCs» hat nicht nur langsame, melancholische Songs zu bieten. «Feel It» als gutes Beispiel, ist eine schneller, energetischer und positiver Track. Auch hier fallen die gelungenen Instrumental-Parts in Kombination mit der klaren Stimme von Claire-Ann auf.

Auf «Calypso», dem Outro, zeigt sich endgültig die optimistische Seite von «Varley». Ein runder Abschluss für ein gelungenes Debüt, zwischen Selbstzweifeln und dem Glauben daran, das alles gut wird.

 

 

 

 

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